Effizienz und Sicherheit sind in der Metallbearbeitung oft ein Widerspruch. Hohe Schließgeschwindigkeiten steigern zwar den Durchsatz, erhöhen aber das Risiko und führen oft zu komplexen Sicherheitssystemen, die den Workflow bremsen. Hier setzt ein neues Sicherheitssystem für Abkantpressen an.
Eine Risikoanalyse zeigt: Die Biegelinie ist der kritischste Punkt beim Abkanten. Je nach Werkstückgeometrie und Material bewegen sich die Hände des Bedieners oft in unmittelbarer Nähe zum Gefahrenpunkt. Besonders anspruchsvoll sind dabei drei Faktoren:
Die Materialvielfalt reicht von matten Oberflächen bis hin zu hochreflektierenden, öligen Blechen.
Die Geometrie bringt einen Wechsel zwischen flachem Material und kastenförmigen Teilen.
Die Dynamik bewirkt manchmal ein schnelles Eingreifen oder unbeabsichtigtes Abrutschen während der Schließbewegung.
Besonders kritisch ist die Kombination aus kastenförmigen Teilen und dynamischen Bewegungen – hier stoßen herkömmliche Sicherheitssysteme oft an ihre Grenzen.
Laserstrahlen statt Lichtvorhang
Das Akas 5 System von Fiessler Elektronik löst dieses Dilemma durch eine Kombination aus Lasersender und einem Pixelfeld-Empfänger. Im Gegensatz zu herkömmlichen Lichtvorhängen nutzt Akas parallele Laserstrahlen. Dies ist essenziell, da reflektierende Werkzeuge und Bleche herkömmliches Licht spiegeln können, was zu Fehlinterpretationen führt. Das Akas-System eliminiert diese Umspiegelungen und garantiert eine lückenlose Erkennung.
Um die Effizienz zu bewahren bietet Akas 5 verschiedene Schutzmodi. Im Flachbiegemodus erkennt ein vorgelagertes Schutzfeld die Eingriffe rechtzeitig. Das ermöglicht es, die Presse bis zum Klemmpunkt mit voller Geschwindigkeit (Eilgang) zu betreiben. Der Kastenbiegemodus hingegen bietet Schutz bei komplexen Teilen. Beim Biegen von Kastenprofilen wird das horizontale Schutzfeld reduziert, um den Prozess zu ermöglichen. Um die Sicherheit dennoch zu gewährleisten, wechselt Akas zwischen einem vertikalen Schutzfeld, das Körperteile an der Biegelinie früher erkennt, und optimierter Geschwindigkeit, dabei wird der Umschaltpunkt von Eilgang auf Schleichgang angepasst. Durch den geringeren Bremsweg in niedriger Geschwindigkeit wird ein Verletzungsrisiko ausgeschlossen, selbst wenn ein Finger kurz vor dem Schluss eingreift.
Automatische Neueinstellung bei Werkzeugwechsel
Ein Werkzeugwechsel bedeutet bei herkömmlichen Systemen oft manuelle Einstellungen. Bei Akas 5 sind die Sender und Empfänger mit elektromotorischen Supporten ausgestattet. Ein Knopfdruck genügt, und das System passt sich der neuen Stempelhöhe an. Optional kann die vollautomatische Einstellung auch über die NC-Steuerung der Gesenkbiegepresse ausgelöst werden.
Web:
www.fiessler.de
