Die Roboterschneidanlage Biber erhält mit Biber.next eine Software zur 3D-gestützten Bearbeitung. Eine Punktewolke des Werkstücks dient dazu, Bauteilgeometrien zu erfassen, Kollisionsbereiche zu erkennen und kollisionsfreie Werkzeugbahnen zu berechnen.
ERL Automation präsentiert auf der Euroblech vom 20. bis 23. Oktober 2026 in Hannover Systeme für automatisierte Schneid- und Schweißprozesse. Im Mittelpunkt des Messeauftritts steht die Roboterschneidanlage Biber. Das Unternehmen zeigt dort auch die neue Software Biber.next, mit der sich der Einsatzbereich der Schneidanlage auf Biegeteile und komplexere Bauteilgeometrien erweitern lässt.

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Roboter hilft bei der Schneidbearbeitung
Die Biber-Anlage hat ERL Automation mit einem Kuka-Iontec-Roboter, einer Maschinensteuerung, einem neu entwickelten Bedienpult sowie dem Kamerasystem Intelliplace ausgestattet. Konzipiert ist das System für die automatisierte Bearbeitung unterschiedlicher Werkstücke. Zu den vorgesehenen Anwendungen zählen insbesondere Fasenschnitte zur Schweißnahtvorbereitung sowie 3D-Schneidaufgaben.
Eine wesentliche Weiterentwicklung betrifft die Erfassung der Bauteilgeometrie. Während das bisherige Verfahren auf einer Lasermessung basiert, arbeitet Biber.next mit einer dreidimensionalen Punktewolke. Diese bildet die Geometrie des Werkstücks räumlich ab und stellt damit die Datengrundlage für die weitere Bahnplanung bereit.
Mit dem neuen Verfahren lassen sich neben Flachmaterial auch Biegeteile und Bauteile mit komplexeren Geometrien bearbeiten. Bei solchen Werkstücken ist oftmals insbesondere die Zugänglichkeit von oben eingeschränkt. Für die Bahnplanung des Roboters ergeben sich dadurch zusätzliche Anforderungen, da Bauteilkonturen und Störbereiche berücksichtigt werden müssen, um Kollisionen während der Bearbeitung zu vermeiden.
Biber.next wertet hierzu die Punktewolke des Werkstücks aus und erkennt potenzielle Kollisionsbereiche. Auf dieser Grundlage berechnet die Software Werkzeugbahnen, mit denen der Roboter kritische Bereiche umfahren kann. Damit wird eine kollisionsfreie Bearbeitung auch bei geometrisch anspruchsvolleren Werkstücken ermöglicht.
Die Nutzung dreidimensionaler Bauteildaten erweitert damit vor allem die Möglichkeiten bei Werkstücken, deren Geometrie eine Bearbeitung mit der bisherigen Messtechnik erschwert. Die Kombination aus räumlicher Werkstückerfassung und automatisierter Bahnplanung zielt darauf, den Programmier- und Bearbeitungsprozess bei wechselnden oder komplexen Bauteilgeometrien zu unterstützen.
Auf der Euroblech zeigt ERL Automation nicht nur die Roboterschneidanlage Biber und Biber.next im Einsatz. Zu sehen ist auch eine Roboterschweißzelle mit integrierter Steuerung von Roboter und Schweißstromquelle. Im Fokus stehen Prozessregelung, reproduzierbare Schweißergebnisse, reduzierte Nebenzeiten und die Einbindung in vernetzte Produktionsumgebungen.

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Automatisierte Schweiß- und Schneidprozesse
Das Arcentre ist eine Roboterschweißzelle mit einem Panasonic-G4-Schweißroboter und der Active-Tawers-4-Technik. Eine Dreh-Kipp-Achse am Schweißtisch ermöglicht es, Bauteile während des Bearbeitungsprozesses definiert zu positionieren. Damit ist die Anlage unter anderem für Anwendungen mit schweißsynchronem Positionieren ausgelegt.
Die Active-Tawers-4-Plattform verbindet die Robotersteuerung mit der Steuerung der digitalen Schweißstromquelle zu einem integrierten System. Roboterbewegung, Drahtvorschub und Schweißprozessdaten stimmt die Steuerung dabei kontinuierlich aufeinander ab. Die Regelung unterstützt einen stabilen Lichtbogen und reproduzierbare Schweißergebnisse.
Ein weiterer Punkt ist die Verringerung der Schweißspritzer. Beim CO₂-Schweißen können – abhängig von Anwendung und Parametrierung – im Vergleich zu konventionellen Verfahren bis zu 98 % weniger Schweißspritzer entstehen. Die Regelung des Schmelzbads ermöglicht zudem flache und gleichmäßige Schweißnähte und reduziert damit den Aufwand für die Nachbearbeitung.
Die G4-Generation von Panasonic verfügt über eine weiterentwickelte Bahn- und Prozesssteuerung. Dadurch lassen sich Neben- und Taktzeiten reduzieren. Im Vergleich zur vorherigen Generation steigt die maximale Achsgeschwindigkeit um bis zu 27 %.
Für die Bedienung steht ein Touchpanel zur Verfügung. Über eine OPC-UA-Schnittstelle lässt sich die Anlage in vernetzte Produktionsumgebungen einbinden. Die Vorbereitung der Schweißprozesse kann bereits vor dem Produktionsstart mit dem Offline-Programmiersystem Panasonic DTPS erfolgen. Damit können Anwender die Schweißabläufe digital simulieren und vorab hinsichtlich Machbarkeit und Effizienz prüfen.
Anlagenkonfiguration nach Fertigungsaufgabe
Als Systemintegrator entwickelt ERL die Roboterschweißanlagen der Arcentre-Reihe entsprechend den jeweiligen Fertigungsanforderungen. Das System auf der Messe Euroblech kann unter anderem mit Positionierern, Werkstückwechselsystemen sowie automatisierten Be- und Entladesystemen ausgestattet werden. Damit lässt sich die Anlagenkonfiguration an unterschiedliche Bauteile und Produktionsabläufe anpassen.
Ergänzend zur Roboterschweißzelle zeigt das Unternehmen Arcwelder-Schweißgeräte für MIG-, MAG-, WIG- und E-Hand-Schweißverfahren. Damit umfasst der Messeauftritt in Hannover sowohl manuelle Schweißtechnik als auch automatisierte Roboterschweißanlagen. Die Roboterschweißzelle und die Arcwelder-Geräte werden während der Messe im Betrieb vorgeführt. Besucher können damit die jeweiligen Schweißprozesse und Anlagenfunktionen anhand praktischer Anwendungen verfolgen.
EuroBLECH:
Halle 13, Stand D126
Web:
www.erl-cutting.com

