Cobots machen das Leben der Schweiß- und Schneide-Profis leichter und die Produktion der Unternehmen effizienter. Die Vorteile der kollaborierenden Roboter kommen insbesondere dem Mittelstand zugute.

© Fronius
Aus Erhebungen der Marktforscher von Fortune Business Insights geht hervor, dass sich der globale Markt für Schweißroboter zwischen 2020 und 2028 verdoppelt – von etwa 5 auf knapp 10 Mrd. US-Dollar im Jahr. Ein immer größerer Teil davon geht auf das Konto von Cobots und anderen automatisierten Hilfsgeräten, wie die Messe Düsseldorf aus Anlass der Urban Steel Expo vom 20. bis 23. April 2027 mitteilt.
Cobots lassen sich einfach bedienen
Den Brenner zum Startpunkt führen, die passende Stellung wählen, die Konturpunkte entlang der geplanten Schweißnaht setzen und das Ganze speichern – schon ist der Cobot programmiert. Ist es wirklich so einfach? Die Fachleute der Knoll Maschinenbau GmbH in Bad Saulgau kennen die Antwort: „Die Bedienung von Cobots ist intuitiv und hat einen gewissen Fun-Faktor. Das kommt vor allem bei jungen Schweißern zum Ausdruck. Die finden Cobot-Schweißen cool – auch weil es ähnlich unkompliziert ist wie das Bedienen eines Smartphones“, bricht Holger Kleck, Meister im Bereich Schweißtechnik, eine Lanze für die neuen Roboter-Kollegen. Das Unternehmen zählt 1.100 Mitarbeiter und liefert Industrieanlagen an Kunden in Deutschland, Polen, China und den USA.

© Xtraction GmbH
Der Cobot stammt von Fronius, einem Spezialisten für Schweißtechnik. „Die Kombination aus Schweißtechnik und technischer Ausstattung spart Personalkosten und schafft Spielraum für anspruchsvolle Aufgaben. Cobots machen das Schweißen nicht nur wirtschaftlicher und sicherer, sondern den Beruf auch attraktiver“, meint Harald Scherleitner, Chief Sales Officer (CSO) bei der Fronius International GmbH.
Schweißen und Schneiden in einem Gerät
Spielraum schafft auch eine neue Kombination: Hinter der Bezeichnung Xflare verbirgt sich ein Gerät, das Schweißen und Schneiden auf einer Plattform verbindet. Die Firma Günthner Metallbau in Eging am See (Bayern) hat das Gerät im Einsatz – und zwar ohne Pause. Das Unternehmen fertigt unter anderem Tore und Treppen, Geländer, Vordächer und Sonderkonstruktionen. Gründer und Geschäftsführer Stephan Günthner spricht von einer „wahnsinnigen Arbeitserleichterung“: „Früher mussten wir Bauteile extern schneiden lassen, heute erledigen wir das intern und sparen dadurch locker drei Wochen Lieferzeit. Der Wechsel zwischen Schweißen und Schneiden funktioniert völlig unkompliziert und dauert nur ein paar Sekunden. Die Schweißnähte sind sauberer und besser als von Hand und das Ganze geht deutlich schneller. Beim Schneiden merkt man sofort, wie präzise die Maschine arbeitet. Mit der 5-Achs-Technik schaffen wir sogar Träger ohne Nacharbeit.“

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Entwickelt wurde das Gerät von der Xtraction GmbH. Was war die Intention? „Unser Ziel war es, die beiden zentralen Prozesse der Metallbearbeitung so zu kombinieren, dass sie sich im Alltag ergänzen. Der 6-Achs-Schweißroboter und die 5-Achs-Schneidfunktion werden durch eine Software koordiniert, die einen Wechsel zwischen beiden Prozessen in weniger als 10 s ermöglicht. Gleichzeitig lässt sich der Xflare in bestehende Fertigungsumgebungen einbinden und macht Betriebe unabhängiger von Dienstleistern“, sagt Patrick Fischer, Geschäftsführer der Xtraction GmbH.
Web:
www.use-expo.de

